Der Neusser Hauptbahnhof wird umfassend modernisiert: Mit der Enthüllung der ersten Visualisierungen und der Unterzeichnung der Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung ist der offizielle Startschuss gefallen. In zwei Bauphasen wird das Empfangsgebäude aufgewertet und fit für die Zukunft gemacht – als modernes, barrierefreies Entree zur Stadt und wichtiger Baustein der Landesinitiative „Schöner ankommen in NRW“.
Vorhang auf am Hauptbahnhof in Neuss – dafür haben am Freitag, 12.12.2025, Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW und Werner Lübberink, Konzernbevollmächtiger der DB für das Land Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Bürgermeister Reiner Breuer gesorgt. Anlässlich der beginnenden Umbaumaßnahmen wurden die Visualisierungen für eine anstehende, umfassende Modernisierung des Empfangsgebäudes am Hauptbahnhof Neuss enthüllt und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die zugleich unterzeichnete Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung markiert den offiziellen Auftakt für die bauliche Aufwertung einer der zentralen linksrheinischen Mobilitätsorte – und setzt zugleich ein starkes Zeichen für das landesweite Städtebau- und Investitionsprogramm „Schöner ankommen in NRW“.
In zwei Bauphasen sollen zentrale Verbindungs- und Servicebereiche aufgewertet werden. Zudem ist die Erneuerung des Empfangsgebäudes geplant.
Ein Bahnhof mit Geschichte – und Zukunft
Das Empfangsgebäude des Neusser Hauptbahnhofs blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und anschließend in vereinfachter Form wiederaufgebaut, steht das Gebäude heute vor einem neuen Kapitel. Im Rahmen von „Schöner ankommen in NRW“ haben die DB InfraGO AG, die Stadt Neuss und die BEG/ NRW.URBAN ein gemeinsames Konzept entwickelt, das den Bahnhof zu einem attraktiven, einladenden und funktionalen Ort machen soll – für Reisende, Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen.
Die Bedeutung des modernisierten Hauptbahnhofs strahlt auch auf das gesamte Umfeld aus: Das Areal des neuen Stadtquartiers Grüne Furth Neuss – ein visionäres Wohn- und Stadtentwicklungsprojekt, schließt direkt an den Hauptbahnhof an. Mit der Grünen Furth Neuss entsteht auf der ehemaligen Industriebrache der Firma Bauer & Schaurte ein lebendiges, zukunftsorientiertes Quartier mit rund 650 Wohneinheiten, sozialen und gewerblichen Nutzungen, viel Grün sowie einem nachhaltigen Energie- und Mobilitätskonzept. Damit verbindet sich Wohnraum, Nachhaltigkeit und Mobilität räumlich und funktional auf ideale Weise — Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe, Quartier als neues Zuhause.
Erste Bauphase bis zur Landesgartenschau Neuss 2026
Die jetzt beginnende erste Bauphase umfasst die Aufwertung der Personenunterführung – die zugleich eine wichtige Verbindung zwischen den nördlichen Stadtteilen und der Innenstadt bildet – sowie die Erneuerung der Anzeiger zur Reisendeninformation in der Personenunterführung. Darüber hinaus entsteht im Gebäude eine städtische Gemeinbedarfseinrichtung mit Stadt- und Bürgerinformation.
Diese Maßnahmen sollen bis Ende des zweiten Quartals 2026 abgeschlossen werden – rechtzeitig zur Landesgartenschau 2026 in Neuss, um Besucherinnen und Besuchern aus ganz Nordrhein-Westfalen ein modernes, freundliches Entrée in die Stadt zu bieten. In einer zweiten Bauphase wird anschließend die Modernisierung des gesamten Gebäudes fortgeführt. Parallel zu den Arbeiten am Empfangsgebäude hat das Land via NRW.URBAN und BEG für eine städtebauliche und verkehrliche Rahmenplanung beauftragt, die den gesamten Bahnhofsvorplatz – den Theodor-Heuss-Platz sowie die Flächen an der Further Straße – neu ordnen und aufwerten soll. Ziel ist eine städtebaulich bessere Anbindung der Innenstadt, die Verknüpfung der Verkehrsträger Bahn, Bus, Straßenbahn und Fahrrad sowie eine attraktive Gestaltung der Verkehrsflächen. Ein Neubau der Radstation an der Further Straße ist ebenfalls vorgesehen.
In der zweiten Bauphase, die im Anschluss an die Landesgartenschau beginnen soll, wird das Bahnhofsgebäude modernisiert. Die Halle erhält durch den Einbau von Oberlichtern deutlich mehr Tageslicht, sodass diese heller wird. Ein neuer Boden und neue Wände geben dem gesamten Bahnhof ein modernes und attraktives Erscheinungsbild. Zusätzlich wird die Aufenthaltsqualität mit neuem Sitzmobiliar in der Halle und dem Bau einer öffentlichen Toilettenanlage spürbar gesteigert. Die Sanierung der Außenwände und weiterer, nicht-öffentlicher Gebäudeteile runden das Gesamtbild ab. Neben den Arbeiten am Empfangsgebäude wird zukünftig auch auf den Bahnsteigen gearbeitet. Mittelfristig werden dort die Dächer modernisiert, um weiterhin zuverlässig vor Witterungseinflüssen zu schützen. Außerdem ist geplant, die Ausstattung der Station aufzuwerten und einheitlich zu gestalten. Ebenfalls steht eine Erneuerung der Aufzüge an.
„Schöner ankommen in NRW“ als Initiative für Stadtentwicklung, Mobilität und Aufenthaltsqualität
Mit der Landesinitiative „Schöner ankommen in NRW“ unterstützt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung gemeinsam mit der NRW.URBAN und BEG ausgewählte Städte und Gemeinden dabei, Bahnhöfe und ihr Umfeld zu attraktiven, sicheren und lebendigen Stadteingängen zu entwickeln. Ziel ist es, Mobilitätsdrehscheiben als Orte der Begegnung, Orientierung und des Ankommens zu gestalten – mit moderner Architektur, neuen Nutzungen und verbesserter Aufenthaltsqualität. Nachhaltige Stadtentwicklung und Mobilitätswende gehen Hand in Hand.